Chronik Schloss Benkhausen

Die Geschichte des Schlosses reicht über 500 Jahre zurück und ist eng mit der Geschichte heimischer Familien verknüpft, insbesondere mit den westfälischen Adelsgeschlechtern von Münch und von dem Bussche.

1510 befand sich das damalige Gut Benkhausen im Besitz der Familie derer von Münch und gehörte mit seinen Ländereien zum herrschaftlichen Rittergut Ellerburg in Fiestel. Als Folge der Erbteilung zwischen den Söhnen der Familie fiel der Besitz in Benkhausen dem Sohn Hardeke von Münch zu.

1657 - 1683 entstand das heute als Schloss Benkhausen bekannte Anwesen unter der Ägide von Heinrich von Münch. Er ließ seinen Status als „Bestallter Cammer-Herr und Drost“ oberhalb der Eingangstür des heutigen Herrenhauses in Stein gravieren.

1773 verstarb der letzte derer von Münch, Philipp von Münch, kinderlos. Der Besitz fiel an die Adelsfamilie von dem Bussche aus Bad Essen. Nach den damaligen preußischen Bestimmungen musste der Erbe, Philipp Clamor von dem Bussche, eine „Namens- und Wappenvereinigung“ eingehen, so dass auf Schloss Benkhausen fortan die Nachkommen derer von dem Bussche-Münch residierten.

1899 baute Karl Freiherr von dem Bussche-Münch aus Freude über die Geburt eines gesunden Stammhalters das Herrenhaus in seine bis heute im Wesentlichen erhaltene Form um und erweiterte den Schlosskomplex nach Westen.

1945 wurde das geschichtsträchtige Anwesen von der britischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und als Hauptquartier der Britischen Rheinarmee, ab 1952 auch als Kommandostand der Britischen Marine genutzt. Die Eigentümer durften während dieser Zeit im Pförtnerhaus wohnen bleiben.

1962 lief der Pachtvertrag mit den Engländern aus und das Areal des Schlosses mit den noch verbliebenen acht Hektar Ländereien konnte veräußert werden. In der langen Kette der Herren von Schloss Benkhausen verkaufte Alhard von dem Bussche-Münch den Besitz an die Diakonische Stiftung Wittekindshof, die das Anwesen als Wohn- und Arbeitsstätte für Menschen mit Behinderung nutzte.

Mit dem Erwerb des Schlosses einschließlich aller Nebengebäude sowie der Park- und Grünanlagen durch die Unternehmerfamilie Gauselmann gelangte das Anwesen im Herbst 2010 wieder in den Besitz einer Familie. Die historischen Räumlichkeiten, die mit viel Aufwand und Liebe zum Detail restauriert und modernisiert wurden, werden heute in erster Linie als Weiterbildungs- und Tagungszentrum der Gauselmann Gruppe genutzt.